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Impulsvorträge Digitales Vereinsheim | im bvve

Impulsvorträge Digitales Vereinsheim | im bvve

Das digitale Vereinsheim im bvve ist da – der Impulsvortrag zum Digitalen Vereinsheim

Der Impulsvortrag | „Ihr Digitales Vereinsheim“

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Impulsvortrag zur „Nachschau“ für Teilnehmer der Impulsvorträge vom 10. | 17. |  22. | März 2021

Virtuelle Mitgliederversammlungen

Online möglich? Mitgliederversammlungen in Zeiten von Corona

Aufgrund der behördlichen Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind Präsenzzusammenkünfte und -veranstaltungen entweder gar nicht zulässig oder nur unter erschwerten Bedingungen durchführbar. Auch perspektivisch ist kaum planbar, wann man in 2021 überhaupt wieder größere Veranstaltungen durchführen darf. Das stellt Vereine und Verbände bei der Durchführung von Mitgliederversammlungen vor massive Probleme. Denn das Vereinsrecht schreibt vor, dass „Versammlungen“, egal ob von dem Vorstand oder Mitgliedern, grundsätzlich als Präsenzveranstaltungen durchzuführen sind.

Online-Wahlen und Online-Mitgliederversammlungen sind demgegenüber in Deutschland schon lange rechtlich möglich. Aber eben nur, wenn die Satzung des Vereins bereits entsprechende Regelungen vorsieht, die die rechtlichen Voraussetzungen für den Einsatz von Online-Versammlungen und Online-Abstimmungen im Verein schaffen. Mindestens die Möglichkeit „offener“ Abstimmungen und der Einsatz elektronischer, „virtueller“ Kommunikationsformen, statt nur „realer“, muss dafür in der Satzung vorhanden sein. Dazu kann etwa eine Regelung in der Vereinssatzung genügen, die die „Textform“ und den Einsatz elektronischer Kommunikationsmittel erlaubt. Wo entsprechende Regelungen fehlen, müsste die Satzung entsprechend ergänzt werden. Für Einzelheiten kann dort dann auf eine Geschäftsordnung (Versammlungs-/ Wahlordnung) als „Nebenordnung“ außerhalb der Satzung verwiesen werden.

Die Abhaltung einer Mitgliederversammlung über das Internet ohne Satzungsgrundlage oder ohne die Zustimmung aller (auch der abwesenden) stimmberechtigten Mitglieder ist dagegen grundsätzlich unzulässig.

Virtuelle Mitgliederversammlungen sind vorübergehend auch ohne Satzungsänderung möglich

Aufgrund der Corona-Pandemie haben Bundestag und Bundesrat jedoch das „Gesetz zu Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie“ beschlossen. Es sieht unter anderem Erleichterungen für Vereine bei der Durchführung von Mitgliederversammlungen vor. Davon profitieren allerdings nur bereits eingetragene Vereine und schon vor der Pandemie existierende nicht eingetragene Vereine.

(1) Ein Vorstandsmitglied eines Vereins oder einer Stiftung bleibt auch nach Ablauf seiner Amtszeit bis zu seiner Abberufung oder bis zur Bestellung seines Nachfolgers im Amt.

(2) Abweichend von § 32 Absatz 1 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs kann der Vorstand auch ohne Ermächtigung in der Satzung Vereinsmitgliedern ermöglichen, 1. an der Mitgliederversammlung ohne Anwesenheit am Versammlungsort teilzunehmen und Mitgliederrechte im Wege der elektronischen Kommunikation auszuüben oder 2. ohne Teilnahme an der Mitgliederversammlung ihre Stimmen vor der Durchführung der Mitgliederversammlung schriftlich abzugeben.

(3) Abweichend von § 32 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist ein Beschluss ohne Versammlung der Mitglieder gültig, wenn alle Mitglieder beteiligt wurden, bis zu dem vom Verein gesetzten Termin mindestens die Hälfte der Mitglieder ihre Stimmen in Textform abgegeben haben und der Beschluss mit der erforderlichen Mehrheit gefasst wurde.

Das Gesetz erlaubt dem Vorstand nicht nur die Verschiebung von eigentlichen zwingend vorgeschriebenen Wahlen und Versammlungen auf einen Zeitpunkt nach der Pandemie, sondern unter anderem auch – ohne Ermächtigung in der Satzung – während der Zeit der Pandemie die Mitgliederversammlung ohne Anwesenheit der Vereinsmitglieder am Versammlungsort abzuhalten. Gleiches gilt auch für die Sitzungen des Vorstandes.

Es handelt sich um die folgenden – alternativen – Optionen:

  • Abhaltung der Mitgliederversammlung im virtuellen Raum / durch elektronische Kommunikation
  • Schriftliche (!) Stimmabgabe durch das einzelne Mitglied im Vorfeld ohne Teilnahme der Mitgliederversammlung
  • Beschlussfassungen im Umlaufverfahren ohne (!) Versammlung der Mitglieder

Aufgrund der vorgeschriebenen, strengen „schriftlichen“ Form erscheinen Briefwahlen sowie Beschlussfassungen im Umlaufverfahren wenig praxistauglich – gerade bei mitgliederstarken Vereinen. Dort, wo geheime Wahlen vorgeschrieben sind oder auch sonst ein hohes Maß an Verlässlichkeit und Rechtssicherheit bezüglich des Ergebnisses einer Abstimmung benötigt wird (Beispiel: Nominierungen und Wahlen auf Parteitagen, aber auch geheime Abstimmungen und Ab-/Wahlen bei Konflikten im Verein), führt dennoch noch kein Weg an ihnen vorbei. Denn ob die allgemeinen Wahlrechtsgrundsätze, insbesondere das Kriterium „geheim“, Online überhaupt sicher umsetzbar ist, ist nicht nur eine Frage des Vertrauens in die jeweilige technische Lösung, sondern auch ein ganz grundsätzliches Problem. Da hilft leider auch kein noch so amtlich wirkendes Gütesiegel.

Wenn eine Verschiebung anstehender Wahlen oder Abstimmungen nicht möglich oder gewünscht ist, spricht daher vieles für eine „virtuelle“ Mitgliederversammlung.

Weitere Formvorschriften bleiben bestehen

Die im Abmilderungsgesetz vorgesehenen Ausnahmen befreien Vereine jedoch nicht von der Einhaltung weiterer satzungsmäßiger oder gesetzlicher Vorschriften. Die datenschutzrechtlichen Verpflichtungen von Vereinen und Verbänden bleiben ebenso bestehen, wie die übrigen in der Satzung festgelegten Verfahren unverändert zu beachten sind. Das gilt insbesondere hinsichtlich der Form und des Inhalts bei der Einberufung der Mitgliederversammlung oder Vorgaben über Stimmrechte, Abläufe von Wahlen und notwendige Abstimmungen etc.

Wird die Versammlung in einer „Mischform“ durchgeführt, bei der ein Teil der Mitglieder an einem Ort sind, die anderen virtuell teilnehmen, ist zudem in der Einladung auch ein Versammlungsort mitzuteilen, an dem der „Präsenzteil“ stattfindet. Von einer solchen „hybriden“ Versammlung ist jedoch regelmäßig abzuraten, da Probleme mit der Internetverbindung, einem elektronischen Abstimmungssystem oder auch nur Störungen des Videokonferenzsystems dazu führen, dass die Versammlungen und ihre Ergebnisse insgesamt anfechtbar werden, wenn nicht sogar rechtlich „nichtig“ sind – selbst wenn Mehrheiten eindeutig und die Fehler eigentlich irrelevant wären. Denn – anders als etwa bei Versammlungen in Kapitalgesellschaften – reicht es nach der Rechtsprechung zu Vereinen schon aus, dass sich einzelne Mitglieder nicht oder nicht gleichwertig an einer Versammlung beteiligen konnten, um das Ergebnis insgesamt zu entwerten.

Ansonsten erfordert auch die rein virtuelle Mitgliederversammlung eine Liste der Teilnehmer, ein Protokoll, das die Mitgliederversammlung mit den entsprechenden Beschlüssen (zum Beispiel Ergebnisse zur Wahl des Vorstands oder die Änderung der Satzung) dokumentiert und als Urkunde zum Nachweis der Beschlüsse der Mitgliederversammlung gegenüber dem zuständigen Amtsgericht bei einer Anmeldung zum Vereinsregister dient. Daher bedarf es eines vom Protokollführer und Versammlungsleiter unterschriebenen Exemplars, das dem Notar und dem Register im Original vorgelegt werden kann.

Virtuelle Mitgliederversammlungen in der Satzung verankern

Die durch das Gesetz ermöglichte Ausnahme, dass Mitgliederversammlungen auch ohne Satzungsgrundlage durchgeführt werden können, gilt jedoch nur vorübergehend bis zum 31. Dezember 2021.

Das Gesetz ist als Ausnahmeregelung angelegt und bleibt deshalb befristet. Will sich ein Verein auch nach der Pandemie die Möglichkeiten virtueller Versammlungen oder von Beschlüssen auch ganz ohne Versammlung erhalten, ist daher eine Änderung der Satzung nötig.

Eigene Regelungen für die dauerhafte Zulässigkeit von Online-Mitgliederversammlungen können, müssen sich aber nicht an den recht rudimentären Regelungen des Gesetzes orientieren. In jedem Fall sollte jedoch die Ermächtigung zur Verabschiedung einer „Nebenordnung“ in die Satzung aufgenommen werden, so das Details, zum Beispiel zum Videokonferenzsystem, Teilnehmerregistrierung und Abstimmungsprozessen, vorgegeben werden können, um unnötige Konflikte zu vermeiden.

Der Entscheidung zur Einfügung von entsprechenden Satzungsregelungen muss jedoch die grundlegende Entscheidung vorausgehen, ob lediglich Arbeitsgremien wie der Vorstand oder wirklich auch die Jahreshauptversammlung als Gremium grundsätzlicher Entscheidungen des Vereins ein solches „Upgrade“ vertragen.

Die Vorteile von Online-Versammlungen liegen auf der Hand. Mögliche Nachteile sollen jedoch auch in die Abwägung einfließen:

Vorteile Nachteile
Flexibilität Verlust von Gelegenheiten persönlicher Begegnung
Dezentralität Reduktion der sozialen Bindung und Verbindlichkeit
Vereinfachung von Beteiligungsmöglichkeit Abhängigkeit von Technik und Verfügbarkeit des Internets
Einsparung von Reisekosten Erhöhung der Komplexität durch größere Formalisierung von Wahlen und Abstimmungen
Entfall von Kosten für Räumlichkeiten und Catering Anfechtbarkeit, insbesondere aufgrund Störungen oder (nicht widerlegbaren) Einschränkungen einzelner Mitglieder bei der Ausübung ihrer Mitgliederrechte
Schnelle Auszählung und eindeutige Ergebnisse bei Wahlen und Abstimmungen Kosten und Abhängigkeit von technischen Dienstleistern

Soweit sich der Vorstand für eine dauerhafte Ergänzung der Satzung entscheidet, sollte das Thema mit allen Vor- und Nachteilen auf die Agenda für die nächste Mitgliederversammlung gesetzt und eine entsprechende Satzungsänderung zur Diskussion und Abstimmung gestellt werden.

__ Online-Mitgliederversammlung

(1) Abweichend von § 32 Absatz 1 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) kann der Vorstand nach seinem Ermessen beschließen und in der Einladung mitteilen, dass die Mitglieder an der Mitgliederversammlung ohne körperliche Anwesenheit an einem Versammlungsort teilnehmen und ihre Mitgliederrechte im Wege der elektronischen Kommunikation ausüben können (zum Beispiel per E-Mail, Online-Formular) oder aber ihre Stimme im Vorhinein ohne Anwesenheit bzw. Teilnahme an der Online-Mitgliederversammlung schriftlich abgeben können.

(2) Der Vorstand regelt in der Wahlordnung geeignete technische und organisatorische Maßnahmen für die Durchführung einer Online-Mitgliederversammlung, die insbesondere sicherstellen sollen, dass nur Vereinsmitglieder an der Mitgliederversammlung teilnehmen und ihre Rechte wahrnehmen.

In der Wahlordnung ist auch die Durchführung des elektronischen Wahlverfahrens zu verschriftlichen sowie die Stimmabgabe im Vorhinein, wenn Mitglieder nicht an der Online-Mitgliederversammlung teilnehmen möchten.

(3) Die Wahlordnung ist nicht Bestandteil der Satzung. Für Erlass, Änderung und Aufhebung der Wahlordnung ist der Vorstand zuständig, der hierüber mit einfacher Mehrheit beschließt. Die jeweils aktuelle Fassung der Wahlordnung ist den Vereinsmitgliedern vor der Durchführung einer Online-Mitgliederversammlung zur Kenntnis zu geben, damit sie verbindlich wird.

(4) Die Bestimmungen dieses Paragrafen gelten für Vorstandssitzungen und Vorstandsbeschlüsse entsprechend.

Beispiel für eine Satzungsformulierung – Zitiert nach Landessportbund Hessen e. V. – Stand: 01/2021
https://www.lsbh-vereinsberater.de

Virtuelle Mitgliederversammlungen in der Praxis

In Vorbereitung einer virtuellen Mitgliederversammlung sind insbesondere folgende Fragen zu klären:

Bei Durchführung einer virtuellen Mitgliederversammlung muss sichergestellt werden, dass 1. sämtlichen Mitgliedern der Zugang zur virtuellen Mitgliederversammlung eröffnet ist und zugleich 2. ausschließlich Mitglieder und zugelassene Gäste teilnehmen. Die virtuelle Mitgliederversammlung sollte daher in einem passwortgesicherten digitalen Raum und nur aufgrund vorheriger Mitteilung eines individuellen Passworts gegenüber den Teilnehmern vor der Versammlung erfolgen. Die Teilnehmer sollten ihre Identität durch Verwendung des Klarnamens kenntlich machen.

Zudem muss ein technisches System ausgewählt werden, das den datenschutzrechtlichen Anforderungen genügt. Ausgerechnet bei den gängigsten und leistungsfähigsten Produkten ist dieses zurzeit kein geringes Problem.

Um Anfechtungsrisiken zu minimieren, ist eine Plattform auszuwählen, die die Kommunikation zwischen den Versammlungsteilnehmern und dem Versammlungsleiter in Echtzeit ermöglicht. Auch die Möglichkeit, sich alternativ per Telefon einzuwählen, sollte geschaffen werden. Jedoch ist der Verein nicht dazu verpflichtet, jeden möglichen Kommunikationsweg anzubieten. Technische Störungen aus der Risikosphäre des Teilnehmers stellen nach überwiegender Meinung keinen Anfechtungsgrund dar. Eine effektive und den Regeln der Satzung entsprechende Wahrnehmung der Mitgliedschaftsrechte (Rede-, Informations- und Stimmrecht) ist jedoch durch die Eröffnung einer Kommunikationsmöglichkeit untereinander sowie mit dem Versammlungsleiter in Echtzeit zu gewährleisten. Das Verlesen der Texte aus einem Chat ist beispielsweise gegenüber der Videoübertragung der Beiträge des Vorstandes nicht als „gleichwertig“ anzusehen. Auch sollte darauf geachtet werden, dass der jeweilige Versammlungsleiter stabil mit Bild und Ton zu sehen ist, um ansonsten vorhersehbar chaotische Versammlungsverläufe zu verhindern.

Auch bei einer hohen Teilnehmerzahl sollte sichergestellt werden, dass das Videokonferenz-System nicht zusammenbricht. Ein Ausschluss von teilnahmeberechtigten Mitgliedern, weil die gewählte Lizenz oder der Server des Vereins keine ausreichenden Kapazitäten hat, ist keine rechtlich hinreichende Entschuldigung. Die Verfügbarkeit des technischen Systems steht in der Verantwortung des Vereins. Nicht lediglich unwesentliche Störungen in seiner Risikosphäre können zur Anfechtbarkeit der Versammlung und der Ergebnisse insgesamt führen.

Das Prozedere der Teilnahme und die Ausübung der mitgliedschaftlichen Rechte einer virtuellen Mitgliederversammlung müssen in der Einladung und Wahlordnung erläutert werden. Die Regelungen der Satzung sollten möglichst korrekt in analoge Abläufe und technische Prozesse „übersetzt“ werden. So muss etwa sichergestellt werden, dass nur stimmberechtigte Mitglieder an Wahlen oder Abstimmungen teilnehmen. Stimmenhäufungen und ungleiche Stimmgewichte sind ebenfalls korrekt zu erfassen. Einzel- oder Listenwahlen, die Möglichkeit von Stimmenhäufung in einer Liste usw. sind je nach Übung des Vereins von der Präsenz so gut als möglich in den virtuellen Raum zu übertragen.

Bei virtuellen Versammlungen kann das Rederecht auch zum „Schreibrecht“ werden, wenn Mitglieder sich lediglich per Chat austauschen wollen. Generell allein dem Vorstand, nicht aber den Mitgliedern, Zugang zur Ton- und Videoübertragung zu geben, dürfte dagegen rechtliche Probleme „vorprogrammieren“.

Soweit die Satzung „offene“ Abstimmungen zur Regel macht, können in kleinen Vereinen Abstimmungen per Handzeichen in die Kamera hinreichend praktikabel sein. Gerade bei einer großen Teilnehmerzahl und zahlreichen Abstimmungen wird jedoch nur die Nutzung der Abstimmungsfunktionen im Videosystem oder einer separaten Abstimmungssoftware nötig sein. Wenn die Satzung allerdings nur geheime „Zettelwahl“ zulässt, dürften die üblichen Abstimmungsfunktionen in den gängigen Konferenztools nicht ausreichen. Hier bieten spezialisierte Dienstleister – zum Teil sehr teure – Lösungen an. Diese behaupten zum Teil ein Sicherheitsniveau, das angeblich an das Niveau des Wahlgeheimnisses einer Bundestagswahl heranreichen sollen. Auch wenn daran schon aus prinzipiellen Überlegungen heraus gezweifelt werden darf, so dürfte aber auch ein niedrigeres Niveau in einem Verein ausreichen und kann der Verein hier einiges an Kosten einsparen, wenn er entsprechende „offene“ Regelungen in Satzung und Wahlordnung aufnimmt.

Die verwendete Konferenzsoftware sollte sowohl die Möglichkeit vorsehen, eine umfassende Anwesenheitsliste herunterzuladen, als auch Abstimmungen durchzuführen und deren Ergebnisse herunterzuladen. Beim Aufsetzen der Konferenz ist darauf zu achten, dass die entsprechenden Felder angekreuzt werden, um diese Funktionen später nutzen zu können.

Die Anwesenheitsliste sollte auch genau Auskunft darüber geben, wer wie lange in der Versammlung eingewählt war. Besteht keine Möglichkeit, die Abstimmungsergebnisse herunterzuladen, sind sie händisch zu erfassen und im Protokoll aufzuführen. Der Protokollführer und der Versammlungsleiter haben das Protokoll mit allen Anlagen in wenigstens einer Version ausgedruckt und unterschrieben zu den Akten des Vereins zu nehmen.

Fazit

So oft bereits Videokonferenzen heute schon in Beruf und Alltag eingesetzt werden, so herausfordernd kann sich ihr Einsatz für Mitgliederversammlungen im Verein erweisen. Der damit verbundene Aufwand in der Vorbereitung und ggfs. sogar an Kosten sollte nicht zu gering eingeschätzt werden, um unnötige Friktionen im Verein zu vermeiden.

DSEE informiert Online Mitgliederversammlungen

Autor

Rechtsanwalt Jan Mönikes

Engagiertes Land Barcamp

Barcamp Engagiertes Land

Ob im dichtbesiedelten Speckgürtel oder in abgelegenerer Lage – Engagement macht den Unterschied. Überall engagieren sich Menschen und packen gemeinsam für die Sachen an, die ihnen wichtig sind. So öffnet die verfallene Scheune ihre renovierten Tore als Begegnungsort, der Fußball-Nachwuchs kann dank ehrenamtlicher Übungsleiter:innen trainieren oder die Feuerwehr organisiert das Dorfsommerfest.

Doch allein lässt sich vor Ort nur schwer etwas bewegen. Erst wenn viele Akteur:innen zusammenarbeiten, können sie auf die Fragen des Zusammenlebens gemeinsam Antworten finden, die verschiedene Perspektiven vor Ort verbinden und damit auch neue, innovative Wege ermöglichen.

Treffen im Digitalen Dorf

Wir treffen uns zu unserem BarCamp „Engagiertes Land“ in einem digitalen Dorf. Das verspricht viel Spaß und bietet zahlreiche Möglichkeiten. Ihr könnt Euch zum Beispiel mit Avataren bewegen und so – fast wie bei Veranstaltungen vor Ort – mit anderen direkt in den Austausch kommen.

Anleitung: Wie man sich in unserem digitalen Dorf bewegt und austauscht, erklären wir hier ausführlich.

Diese Art der Veranstaltung mag für den einen oder die andere noch ungewohnt sein, aber wenn Ihr angemeldet seid, könnt ihr am Abend vor dem BarCamp auch schonmal vorbeischauen (ab 18:00 Uhr). Dann könnt ihr nicht nur ausprobieren, wie das funktioniert, sondern auch schon andere Teilgeber:innen kennenlernen. 

Ein Barcamp für Euch und mit Euch

Ob kleine Initiative oder großer Verein, ob Verbands- oder Verwaltungsvertreter:in, wir wollen alle ins Gespräch bringen und gemeinsam darüber diskutieren, was Engagement in ländlichen Räumen bewegen kann, was es dazu braucht und welche Ansätze zur Förderung des Engagements bereits erfolgreich sind.

Darum geht es

  • Wie können Engagementstrukturen und Vereine in ländlichen Räumen wirkungsvoll gestärkt werden?
  • Wie können lokale Netzwerke aufgebaut werden?
  • Wie gelingt es, dass Netzwerke für alle offen und zugänglich sind – zum Beispiel sowohl für Alteingesessene als auch für Zugezogene?
  • Welche Folgen birgt die Corona-Pandemie für Vereine und Netzwerke?

Mit Padlet erstellt

Rules of Barcamp

Ein BarCamp ist ein offenes Konferenzformat, das ohne „Keynotes“ und Hierarchien auskommt. Alle Teilnehmenden sind gleichermaßen Teilgebende. Alle können sich mit Ihren Fragen und mit Ihrem Wissen einbringen, selbst sogenannte „Sessions“ (max. 45-minütige Kurzworkshops oder Diskussionsrunden) geben und die Konferenz-Inhalte mitgestalten. Das Format ist nur der Rahmen, das BarCamp seid Ihr!

Und noch was: Ja, üblicherweise wird auf BarCamps geduzt – ein guter Weg, Hierarchien zu vermeiden. Um darüber hinaus echte Partizipation zu ermöglichen, gibt es außerdem noch ein paar Regeln: die „Rules of BarCamp“

  • Keine Zuschauer

    Bei BarCamps stehen der Austausch und die Diskussion auf Augenhöhe im Vordergrund. Zurücklehnen und passiv zuhören gilt nicht!

  • Geplant ungeplant

    Ein BarCamp bietet Raum für Spontanität. Was genau auf der „Tagesordnung“ steht, weiß man immer erst danach.

  • Nur Mut!

    Ob in den „Sessions“ oder auf dem „Pausenhof“: Alle tragen zum Gelingen bei. „Dumme Fragen“ gibt es nicht!

  • Law of two feet

    Das „Gesetz der zwei Füße“ besagt: Wenn Du zu einer Diskussion nichts beizutragen hast, wechsle den Session-Raum.

  • Sprich über das BarCamp

    Austausch und Diskussion schafft neues Wissen. Und Wissen muss fließen. Also: Sprich über das BarCamp! Nutze hierfür in den Social-Media-Kanälen den Hashtag #ELa21

DSEE-BARCAMP #ELA21

Barcamp Engagiertes Land

am 21. April 2021, 14:00 bis 18:30 Uhr

mit über

200

Interessierten.

Kontakt

Hans Feldbauer
Referent Strukturstärkung

03981 21743-82

hans.feldbauer@d-s-e-e.de

Partner

BBE-Logo

Fünfter Freiwilligensurvey veröffentlicht

Erste Daten des Fünften Freiwilligensurvey veröffentlicht

Der Freiwilligensurvey ist eine repräsentative Umfrage zum freiwilligen Engagement der deutschen Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. Er wird seit 1999 alle fünf Jahre durchgeführt und ist Teil der Sozialberichterstattung zum bürgerschaftlichen Engagement in Deutschland. Für die fünfte Welle des Freiwilligensurveys wurden im Sommer 2019 insgesamt 27.762 Telefoninterviews geführt.

Wenngleich der 5. Freiwilligensurvey keine statistisch gesicherten Aussagen zum Stand des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland während der Corona-Krise liefern kann, bildet er eine wesentliche Grundlage für Stärkung von Engagement und Ehrenamt.

Warum das so ist und was in der Mitte März 2021 veröffentlichten Kurzfassung des Fünften Freiwilligensurveys zu finden ist, fassen wir hier zusammen. 

Wer? Wie? Was? Engagementquote

In den letzten Jahren wurde die Zahl der Deutschen, die sich freiwilligen und unentgeltlich engagieren, in unterschiedlicher Höhe angegeben. Die Engagementquoten – also die Prozentangaben für freiwillig Engagierte in der Bevölkerung – schwanken ganz erheblich: Bei STATISTA werden für das Jahr 2019 zum Beispiel 21 Prozent (rund 17 Mio. Engagierte) genannt, im aktuellsten Freiwilligensurvey sind es 39,7 Prozent (rund 30 Mio. Engagierte). 

Beide Engagementquoten beziehen sich auf die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. In beiden Erhebungen ist zu lesen, dass sie freiwilliges und unentgeltliches Engagement messen. Woher kommt dann der Unterschied von mehr als 18 Prozentpunkten beziehungsweise rund 13 Millionen Engagierten? 

Die Erklärung dafür findet sich in der Methodik der Studien. Der Fragebogen der “Markt-Media-Studie” (VuMA), die  STATISTA zitiert, enthält nur wenige Fragen zu ehrenamtlicher Tätigkeit. Der Fragebogen des Freiwilligensurveys dagegen dreht sich seit eh und je beinahe ausschließlich um das bürgerschaftliche Engagement. Außerdem wird im Freiwilligensurvey schon seit 1999 nicht unvermittelt nach einer Freiwilligentätigkeit gefragt, sondern zunächst nach öffentlichen Aktivitäten und dann nach freiwilligem Engagement. Wenn man so will, wird den Befragten als eine Art Einstiegsrampe zum Thema gebaut. 

Beim Design von Fragebögen gilt im Allgemeinen, dass man umso mehr findet, was man sucht, je intensiver man danach fragt. Und im Freiwilligensurvey wird recht intensiv gefragt! Das ist aus unserer Sicht seine größte Stärke. Anders nämlich als andere Erhebungen, in denen freiwilliges Engagement und Ehrenamt sozusagen nebenbei abgefragt werden, stecken viele wertvolle Erkenntnisse über die die Entwicklung innerhalb der Bürgergesellschaft in den Daten des Freiwilligensurveys, die einen genaueren Blick lohnend machen. 

Etwa 30 Millionen Deutsche engagieren sich freiwillig und unentgeltlich. Wie sich die Engagementquote in den letzten verändert hat, wird im ersten Kapitel der Kurzfassung beschrieben. Ganz kurz zusammengefasst: Die Zahl der freiwillig Engagierten in Deutschland ist zwischen 1999 und 2014 gestiegen und zwischen 2014 und 2019 stabil geblieben.

Nicht alle Bürger:innen sind gleichermaßen engagiert. Das Kapitel zu Unterschieden und Ungleichheiten im freiwilligen Engagement gibt nicht nur Aufschluss darüber, wie sich das Engagement bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen in den letzten Jahren entwickelt hat, es zeigt auch auf, wo Unterschiede geringer werden (zum Beispiel zwischen Männer und Frauen) aber auch, wo Ungleichheiten zunehmen (zum Beispiel zwischen Menschen mit niedrigem, mittlerem und hohem Bildungsabschluss).   

Bürger:innen engagieren sich in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen. Das Kapitel hierzu gibt Aufschluss darüber, wie sich das Engagement in den jeweiligen Bereichen verteilt und welche Bevölkerungsgruppen es ausüben. Kurz zusammengefasst: Sport und Bewegung bleibt der bei Weitem größte Engagementbereich in der deutschen Bürgergesellschaft.

Vor der Corona-Pandemie eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen: die Integration geflüchteter Menschen. Wie hat sich das Engagement in diesem Bereich in den letzten fünf Jahren entwickelt? Kurz zusammengefasst: Während sich rund 12 Prozent der Deutschen zwischen 2014 und 2019 für die geflüchtete Menschen engagieren, engagierten sich 2019 hier noch etwa 8 Prozent.

Seit Jahren ist ein Trend zu einem geringeren zeitlichen Umfang des Engagements zu beobachten. Schon in der Kurzfassung zum 5. Freiwilligensurvey wird dargestellt, inwieweit sich dieser Trend fortsetzt. Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei, in welchem Umfang sich verschiedene Bevölkerungsgruppen engagieren. 

Ehrenamtlich getragene Organisationen wie Vereine stellen einen wichtigen Rahmen für das freiwillige Engagement dar. Welcher Anteil der Engagierten übernimmt als Vorstand oder Leitungskraft Verantwortung in diesen Organisationen? Und welche Bevölkerungsgruppen sind es, die diese Funktionen übernehmen? Kurz zusammengefasst: Die Zahl der Ehrenamtlichen in Vorstands- und Leitungsfunktionen ist seit 2014 bei etwa 27 Prozent aller Engagierten stabil geblieben.

In einem guten Jahr Corona-Pandemie haben sich viele Engagierte an Online-Tools gewöhnt. Wie die Startbedingungen für diesen Digitalisierungsschub waren – sprich, wie es vorher aussah und welche Rolle das Internet für das Engagement gespielt hat – zeigt dieses Kapitel auf. Kurz gefasst: Ein großer Teil der freiwillig Engagierten nutzt das Internet im Engagement; ein großer Teil aber eben auch nicht. 

Unser Fazit zur Kurzfassung des Fünften Freiwilligensurveys

Die Lektüre lohnt! Schon in der Kurzfassung zum Fünften Freiwilligensurvey stecken viele wertvolle Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass die Geschlechterunterschiede im freiwilligen Engagement insgesamt abgenommen haben, in ehrenamtlichen Vorstands- und Leitungsfunktionen aber noch recht hoch sind. Unter den Frauen der sogenannten “Boomer-Generation” dürfte es entsprechend viel Potenzial für das Ehrenamt geben. Aber auch, dass sich die absolute Zahl der freiwillig Engagierten in Vorstands- und Leitungsfunktionen seit Jahren trotz der positiven Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements kaum merklich veränderte, deutet darauf hin, dass sich das Ehrenamt im Verein als zunehmend anspruchsvolle Aufgabe entwickelt. 

Bussgelder-DSGVO-aktuell

Bussgelder-DSGVO-aktuell

Aktuelle Bußgelder die verhängt wurden | Deutschland

Alle Angaben ohne Gewähr und ohne Recht auf Vollständigkeit

10.03.2021 300.000 € VfB Stuttgart 1893 AG DE Fahrlässige Verletzung der datenschutzrechtlichen Rechenschaftspflicht.
03.03.2021 200 € Privatperson DE Unverschlüsselte E-Mail mit Beweismaterial zu Verkehrsverstößen an die Bußgeldabteilung der Stadt Magdeburg. 
17.02.2021 260.000 € KiKxxl GmbH DE Unerlaubte Telefonwerbung ohne Prüfung der Einwilligung und trotz Widerspruchs der Betroffenen.
11.02.2021 250.000 € mivolta GmbH DE Unerlaubte Telefonwerbung im Zusamenhang mit Energieversorgung und unterstellte Vertragabschlüsse. 
10.02.2021 148.000 € Vodafone NRW GmbH DE Telefonwerbung ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung. 
08.01.2021 10.400.000 € notebooksbilliger.de AG DE Unrechtmäßige Videoüberwachung von Mitarbeitern und Kunden über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren. 
04.01.2021 145.000 € Cell it! GmbH & Co. KG DE Unerlaubte Telefonwerbung ohne Einwilligung der Betroffenen und Inrechnungstellung von Zusatzdienstleistungen. 
01.10.2020 35.258.708 € H&M Hennes & Mauritz Online Shop A.B. & Co. KG DE Bespitzelung hunderter Mitarbeiter des Service Centers Nürnberg. 
03.09.2020 8.000 € Rechtsanwalt DE Unerlaubte Verarbeitung der Daten eines mutmaßlichen Schuldners und eines unbeteiligten Ehepaars. 
17.07.2020 145.000 € mobilcom-debitel GmbH DE Unerlaubte Werbeanrufe ohne wirksame Einwilligung. 
30.06.2020 1.240.000 € AOK Baden-Württemberg DE Verwendung der Daten von 500 Gewinnspielteilnehmern für Werbezwecke. 
03.04.2020 6.000 € Berliner Landesverband der NPD DE Veröffentlichung der Kontaktdaten von Flüchtlingshelfern über Google Maps. 
24.03.2020 50.000 € Unternehmen DE Fehlender AV-Vertrag und Verstoß gegen Transparenz- und Verständlichkeitsgebot. 
24.03.2020 12.000 € Betreiber eines Schwimmbades DE Unerlaubte Videoüberwachung in Schwimmbad, fehlender AV-Vertrag und keine Benennung eines DSB. 
14.03.2020 229 € LKW-Fahrer DE Betrieb einer Dashcam im Straßenverkehr und Veröffentlichung von Aufnahmen über Youtube. 
11.03.2020 2.000 € Restaurant DE Unerlaubte Kameraüberwachung des Gastraumes eines Restaurants. 
13.02.2020 51.000 € Facebook Germany GmbH DE Unterlassene Mitteilung über den Wechsel des Datenschutzbeauftragten. 
13.02.2020 20.000 € Hamburger Verkehrsverbund GmbH DE Verspätete Meldung einer Datenpanne an betroffene Personen und Aufsichtsbehörde. 
30.01.2020 100.000 € Lebensmittelhandwerksunternehmen DE Unzureichender Schutz personenbezogener Daten in einem Bewerberportal.