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Versicherungen 2024

Versicherungen – mit Sicherheit ins Ehrenamt

Ehrenamtliches Engagement verdient besonderen Schutz. In Deutschland sind Ehrenamtliche durch die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) abgesichert, die Unfälle während der Tätigkeit oder auf dem Weg dorthin abdeckt. Darüber hinaus bieten die Bundesländer spezielle Unfall- und Haftpflichtversicherungen an. Ein umfassender, zusätzlicher Versicherungsschutz für den Vereinsvorstand ist ebenfalls unerlässlich, da Vorstandsmitglieder persönlich haften können. Ein gut versicherter Vorstand stärkt die finanzielle Stabilität des Vereins und das Vertrauen der Mitglieder. In unserem Online-Seminar geben wir euch einen Überblick über die wichtigsten Fragen zum gesetzlichen Versicherungsschutz und praxisnahe Tipps zur Absicherung des Vorstands.

#DSEEerklärt: Versicherungen

Grafik mit dem Text: Rechtsgrundlagen. #DSEEerklärt Versicherungen. Mit Sicherheit ins Ehrenamt. 10./11. September, 17:00 – 18:15 Uhr. d-s-e-e.de

Rote Grafik mit gezeichnetem Telefonhörer. Text: Unser hallo-Team ist für euch da! Mo & Mi: 9-12 uhr & 15-17 Uhr Di & Do: 9-12 Uhr & 15-18 Uhr Fr: 9-12 Uhr & 15-16 Uhr

Grafik mit rotem Hintergrund und einem gezeichneten Briefumschlag. Text: Schreibt uns! hallo@d-s-e-e.de

Gemeinwohl im digitalen Zeitalter

Grafik mit grünem Hintergrund und einer gezeichneten Glühbirne. Text: #EngageiertGeforscht iRights.Lab. Gemeinwohl im digitalen Zeitalter. Studienbericht

Schlagworte

#Digitalisierung #Gemeinwohlakteure #Handlungsempfehlungen

Personen/Beteiligte Organisationen:

Digitales Europa e. V., Tim Vallée
iRights.Lab, Dr. Anne Lammers

Projektlaufzeit:

August 2021 – Dezember 2021

Was haben Sie konkret untersucht?

Auf Grundlage von zehn Interviews mit Gemeinwohlakteuren wurde das Verständnis von Gemeinwohl im digitalen Zeitalter analysiert und aufbauend darauf Empfehlungen für die Ausgestaltung von Engagement und Ehrenamt abgeleitet.

Was sind die drei spannendsten Ergebnisse?

  • Die Kernbedeutung von „Gemeinwohl“ als Handeln im Sinne der Gemeinschaft gilt auch im digitalen Zeitalter. Das Konzept ist aber zukunftsoffen und muss in konkreter Gestalt und Umsetzung immer wieder neu ausgehandelt werden.
  • Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle im Konzept des Gemeinwohls. Dies ist begründet durch neue Möglichkeiten von Diskurs und Teilhabe und die gemeinwohlorientierte Gestaltung der Digitalisierung selbst.
  • Akteure des Gemeinwohls sind von großer Bedeutung, um Gemeinwohl auch im digitalen Zeitalter zu gewährleisten: sei es in klassischer Form oder als digitalspezifisches Engagement.

Was war Ihr “Aha-Moment”?

„Digitales und analoges Engagement sind Teil derselben Welt. Im Idealfall ergänzen sie sich für eine bessere Organisation von Ehrenamt sowie Teilhabe an Debatten über Formen und Bedeutung des Gemeinwohls.“

Dr. Anne Lammers

Was …

 … können Politik und Engagement-fördernde Organisationen aus den Erkenntnissen lernen?

Akteure aus Engagement und Ehrenamt sind unerlässlich, wenn die Digitalisierung gemeinwohlorientiert gestaltet werden soll. Dafür brauchen sie aber die entsprechenden Rahmenbedingungen, die es ihnen erlauben, sich aktiv in digitalpolitische Debatten einzubringen oder für ihre eigene Arbeit digitale Instrumente bestmöglich einzusetzen.

Die Gesprächspartner:innen der Studie aus ganz unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Organisationen waren sich vor allem in einem Punkt einig: Es braucht mehr Grundfinanzierung, insbesondere für digitale Transformationen. Diese lassen sich über befristete Projektfinanzierungen kaum nachhaltig gestalten.

… kann die Wissenschaft lernen?

Um die Bedarfe, Chancen und Herausforderungen zivilgesellschaftlicher Akteure im digitalen Zeitalter umfassend, differenziert und im längeren Zeitverlauf nicht nur darstellen, sondern auch analysieren zu können, braucht es wiederkehrende Studien. Hier ist die enge Rückkopplung an die Akteure selbst wichtig, um ihre Standpunkte und einzigartigen Perspektiven verlässlich berücksichtigen zu können.

Engagementförderung in Ostdeutschland

Grafik mit grünem Hintergrund und einer gezeichneten Glühbirne. Text: #EngageiertGeforscht Stiftung Bürger für Bürger. Engagementförderung in Ostdeutschland. Studienbericht

Schlagworte

#Engagementförderung #Ostdeutschland #Bestandsaufnahme

Personen/Beteiligte Organisationen:

Stiftung Bürger für Bürger (Olaf Ebert, Sophie Leins) in Kooperation mit der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt
Beteiligte Wissenschaftler*innen: Dr. Holger Krimmer (ZiviZ), Dr. Birthe Tahmaz (ZiviZ), Dr. Thomas Gensicke, Stefan Bischoff (Bonusnorm e. V.)

Projektlaufzeit:

Oktober 2020 – Dezember 2020 (Bestandsaufnahme) und April 2021 – März 2022 (Studie)

Was haben Sie konkret untersucht?

In der Studie wurde eine Bestandsaufnahme der Infrastruktureinrichtungen vorgenommen und Rahmenbedingungen zur Engagementförderung der fünf ostdeutschen Flächenländer genauer betrachtet. Dies geschah durch sekundäranalytische Auswertungen und eigene empirische Erhebungen.

Was sind die drei spannendsten Ergebnisse?

  • Wachstum und Rückgang Engagement-fördernder Einrichtungen: Die Gesamtzahl der sehr unterschiedlichen Einrichtungen ist zwischen 2013 und 2021 zwar von 663 auf 703 angestiegen. Die Anzahl der Freiwilligenagenturen (2013: 84; 2021: 70) und der Seniorenbüros (2013: 69; 2021: 50) ist jedoch mit deutlichen regionalen Unterschieden insgesamt rückläufig.
  • Mangelnde raumbezogene Abdeckung Engagement-fördernder Infrastruktur: Engagementfördernde Einrichtungen befinden sich überwiegend (80 %) in Städten mit 10.000 Einwohnenden und mehr.
  • Zentral versus dezentral angelegte Politikfelder der Engagementpolitik: Einzelne Bundesländer haben eigene, landesweit tätige Einrichtungen der Engagementförderung aufgebaut. Andere fördern an gleicher Stelle mit bislang zu wenig Ressourcen ausgestattete vernetzende zivilgesellschaftliche Akteure und setzen auf die Stärkung dezentraler Netzwerkstrukturen. Das synergetische Zusammenspiel einer starken intermediären (Landes-)Ebene und einer ausgebauten lokalen Infrastruktur ist aber noch in allen ostdeutschen Bundesländern entwicklungsfähig.

Welche Zahl ist brisant?

42 Prozent der Bevölkerung in Ostdeutschland leben in Orten ohne engagementfördernde Einrichtung.

Was war Ihr “Aha-Moment”?

„In der Tat zeigt sich je nach Region und Bundesland eine unterschiedliche Dichte des Netzes Engagement-fördernder Einrichtungen. Die Auswertungen machen deutlich, wo die größten weißen Flecken sind. Die Fallstudien zur politischen Engagementförderung der fünf ostdeutschen Bundesländer machen zudem die Vielfalt unterschiedlicher engagementpolitischer Strategien der einzelnen Bundesländer sichtbar. Und werfen damit die Frage nach der Wirksamkeit, den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Politiken auf.“

Dr. Holger Krimmer

Was …

 … kann die Politik aus den Erkenntnissen lernen?

Synergien zwischen intermediärer und lokaler Ebene stärken: Neben der Stärkung landesweit aktiver, intermediärer Akteure sollte mehr Gewicht auf die Weiterentwicklung und kontinuierliche Förderung der lokalen Einrichtungen und Strukturen gelegt werden. Dazu sollten Konzepte entwickelt und Erfahrungen ausgetauscht werden, wie die Akteure auf Landes- und auf lokaler Ebene arbeitsteilig zusammenarbeiten können.
Engagementförderung in der Raumpolitik verankern: Mit Blick auf den hohen Anteil ländlicher Regionen in Ostdeutschland sollte der Ausbau einer Infrastruktur zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements mit raumbezogenen Entwicklungsbedarfen verknüpft werden. Bausteine zur Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse sollten sein, Maßnahmen der Engagementförderung auf der Ebene sogenannter Mittelzentren zu verankern und in Landes- und Regionalentwicklungspläne zu integrieren.

… können Engagement-fördernde Organisationen lernen?

Kooperationen und Profilbildung weiter ausbauen: In allen Landkreisen und kreisfreien Städten gibt es mindestens eine, meist mehrere, oft sehr unterschiedliche Engagement-fördernde Einrichtungen, die durch stärkere Kooperation und Profilschärfung voneinander lernen und gemeinsam vor Ort mehr bewirken könnten.

… kann die Wissenschaft lernen?

Wissensgrundlage für Weiterentwicklung von Engagementförderung verbessern: Über Wirkungsgrad, Reichweite und Leistungsfähigkeit sowohl unterschiedlicher Einrichtungen und Maßnahmen, aber auch der Gelingensfaktoren und Strategien der Engagementförderung, liegen kaum belastbare Studien vor. Diese Lücke sollte durch weitere Forschung geschlossen werden. Auch der Wissens- und Erfahrungsaustausch zum Thema sollte verstärkt und institutionalisiert werden.

Freiwilligensurvey Kultur – Sonderauswertung Kultur

Grafik mit grünem Hintergrund und einer gezeichneten Glühbirne. Text: #EngageiertGeforscht Bundesvereinigung kulturelle Kinder- & Jugendbildung. Freiwilliges Engagement in Kultur. Teilhabe, Beteiligung, Potenzial. Studienbericht

Schlagworte

#kulturellesEngagemente #Bildung #Teilhabe

Personen/Beteiligte Organisationen:

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) in Kooperation mit Dr.in Mareike Alscher

Projektlaufzeit:

September – Dezember 2021 (Förderung DSEE) sowie Januar – März 2022 (Förderung BKJ)

Was haben Sie konkret untersucht?

Der Freiwilligensurvey 2019 wurde speziell zum freiwilligen Engagement im Bereich Kultur und Musik ausgewertet. Dabei standen insbesondere förderliche und hinderliche Rahmenbedingungen, sozial-strukturelle Unterschiede mit besonderem Fokus auf das Merkmal Bildung im Mittelpunkt der Analyse zum kulturellen Engagement.

Was sind die drei spannendsten Ergebnisse?

  • Der Engagementbereich Kultur und Musik ist nachgefragt: Die Engagementquote Kultur-Engagierter* ist von 7,8 Prozent im Jahr 2014 auf 8,6 Prozent im Jahr 2019 gestiegen.
  • Die digitale Durchdringung des Engagemensbereichs Kultur und Musik ist auf dem Vormarsch. Die deutliche Mehrheit der Kultur-Engagierten* greift auf das Internet zurück (64,5 %) und hebt sich damit von den Engagierten insgesamt (57 %) ab.
  • Kultur-Engagierte* wenden sich mit ihrer Tätigkeit zunehmend an marginalisierte Personengruppen. Seit 2014 lässt sich z. B. ein Anstieg des kulturellen Engagements für finanziell Benachteiligte, Menschen mit Behinderungen und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte nachweisen. Diese wurden im Jahr 2014 von 8 Prozent und im Jahr 2019 von 14 Prozent der Kultur-Engagierten* als Zielgruppe ihres Engagements benannt.

Welche Zahl ist brisant?

Unter den 46 Mittlerorganisationen gibt es allein sieben verschiedene Rechtsformen.

Was war Ihr “Aha-Moment”?

„Durch die gesonderte Datenauswertung für den Bereich Kultur und Musik können die gewonnenen Erkenntnisse jenen zur Verfügung gestellt werden, die praktisch mit spezifischen Fragen der kulturellen Engagementgestaltung und -förderung zu tun haben. Diese zweckorientierte Art der Datennutzung macht Freude!“

Dr. M. Alscher

Was …

 … kann die Politik aus den Erkenntnissen lernen?
Freiwilliges Engagement in Kultur braucht Bürokratieentlastung und Rechtssicherheit sowie fördernde und wertschätzende Rahmenbedingungen, um seine Wirkung zu entfalten.
Kultur-Engagierte wollen ernst gemeinte Angebote der Beteiligung und Mitwirkung: Was sie originär betrifft, sollte auch von ihnen mitgestaltet und mitverantwortet werden.
Kulturvereine benötigen Ressourcen und fachliches Coaching zur Bewältigung anstehender Transformationsprozesse wie Inklusion, Nachhaltigkeit und Digitalität.

… können Engagement-fördernde Organisationen lernen?
Kulturelle Engagementstrukturen müssen überprüfen, inwieweit sie die Gesellschaft abbilden und wer bisher von ihnen nicht angesprochen wird.
Kultur-Engagierte unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Motivation, ihrer Bildungswünsche und ihrer Engagementerfahrungen. Deshalb bedarf es bei der Bindung von Engagierten eines differenzierten Vorgehens, das die jeweiligen Bedürfnisse in den Blick nimmt.
Digitalisierung benötigt die Sicherung digitaler Teilhabe, die Beziehungspflege mit freiwillig Engagierten und die Koordination von kurzzeitigem digitalem Engagement.

Engagement, Gemeinwirtschaft und Daseinsvorsorge

Grüne Grafik mit einer gelben gezeichneten Glühbirne. Text: #EngagiertGeforscht. ZZE & HS Neubrandenburg. Engagement, Gemeinwirtschaft & Daseinsvorsorge Studienbericht

Schlagworte

#Daseinsvorsorge #Gemeinwirtschaft #Ehrenamt

Personen/Beteiligte Organisationen:

Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung, Prof. Dr. Thomas Klie, Ebru Taskir, Hannah Nebel
Hochschule Neubrandenburg, Institut für kooperative Regionalentwicklung, Prof. Dr. Peter Dehne, Maresa Pflanz

Projektlaufzeit:

Januar 2023 – Dezember 2023

Was haben Sie konkret untersucht?

Gaststätten, Läden, Arztpraxen auf dem Dorf schließen. Wir haben uns gefragt: Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit Bürgerinnen und Bürger in ländlichen Regionen die notwendige Versorgung selbst in die Hand nehmen können? Dafür haben wir 60 Orte identifiziert, die gute gemeinwirtschaftliche Konzepte erarbeitet haben. In diesen Orten haben wir Faktoren (z. B. Organisationsformen, Themen, Strukturen, Strategien) untersucht, die eine gemeinschaftliche Versorgung ermöglichen, und konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Was sind die drei spannendsten Ergebnisse?

  • Zur Versorgung der Bevölkerung bilden Genossenschaften, Vereine, Stiftungen und Gesellschaften häufig ein Netzwerk, welches nicht nur den Dorfladen rettet, sondern vielfältige Aufgaben übernimmt.
  • Zu den Erfolgsfaktoren gemeinwirtschaftlicher Konzepte gehören die richtigen gemeinschaftsbildenden Themen der Daseinsvorsorge, Wissen und (professionelle) Fähigkeiten, gegenseitiges Vertrauen und ein konkreter Nutzen für alle, Unternehmergeist sowie die Bereitschaft, verantwortlich und kreativ mit Bürokratie umzugehen.
  • Jedes Beispiel entwickelt seine eigene Kultur des Handelns und Zusammenwirkens. Die Initiativen wachsen über die Zeit. Ein schrittweises Vorgehen, aufbauend auf gemeinsamen Erfolgen und Vertrauen, gehört zur Rezeptur der Good-Practice-Beispiele.
    Es gibt zwei Anker- bzw. Zukunftsthemen, die nahezu überall von Bedeutung sind: „Wohnen im Alter“ und „örtliche Energieversorgung“.

Welche Zahl ist brisant?

Unter den 46 Mittlerorganisationen gibt es allein sieben verschiedene Rechtsformen.

Was war Ihr “Aha-Moment”?

„Es hat mich begeistert, mit welcher Freude und welchem Stolz die Menschen über ihre Erfolge erzählt haben. Es ist dieses Selbstbewusstsein, und eine über die Zeit gewachsene Vertrauenskultur, die zeigen, dass eine gemeinwirtschaftliche und bürgerschaftlich getragene Gestaltung der örtlichen Versorgung möglich und richtig ist.“

Prof. Dr. Peter Dehne

Was …

 … kann die Politik aus den Erkenntnissen lernen?
Eine gute Zusammenarbeit zwischen Kommunalpolitik, Bürgerschaft und Verwaltung ist Voraussetzung für ein vertrauensvolles Klima und die Gewährleistung örtlicher Daseinsvorsorge. Um diese Zusammenarbeit zu stärken und gemeinwirtschaftliche Wirtschaftsformen mit Engagement und kommunaler Verantwortung zu kombinieren, braucht es kommunale „Regierungskunst“ (Good Governance). Nur mit kommunaler Wertschätzung und engagierten Bürgerinnen und Bürgern können drängende Zukunftsthemen, die die Menschen vor Ort unmittelbar betreffen, gemeinschaftlich bearbeitet werden. Dies gilt es wahrzunehmen und zu unterstützen.

… können Engagement-fördernde Organisationen lernen?
Ausreichend Fördermittel leisten einen zentralen Beitrag in der Umsetzung gemeinwirtschaftlicher Konzepte. Jedoch muss die Förderpraxis, z. B. durch Vereinheitlichung der Förderstrukturen und Entbürokratisierung, vereinfacht werden. Gemeinwirtschaftliche Strukturen müssen so unterstützt werden, dass sie aus der „Projektitis“ heraus und in stabile gemeindliche Daseinsvorsorgestrukturen hinein geführt werden.

… kann die Wissenschaft lernen?
Engagement und die örtliche Bewirtschaftung des gemeinsamen Lebens gehören zusammen. Die Verbindungslinien zwischen demokratischer Mitwirkung, bürgerschaftlichem Engagement und Gemeinwirtschaft sind bislang wenig erforscht. Den Erfolgsfaktoren und Hemmnissen bürgergenossenschaftlicher Netzwerke und Initiativen als Gestaltungsoption örtlicher (ländlicher) Daseinsvorsorge gilt es weiter explorativ nachzugehen.

Brückenbauer zwischen der Non-Profit- und der For-Profit-Welt?

Grüne Grafik mit einer gelben gezeichneten Glühbirne. Text: #EngagiertGeforscht. Universität Mannheim. Brückenbauer zwischen der Non-Profit- und der For-Profit-Welt? Studienbericht

Schlagworte

#CorporateVolunteering #Mittlerorganisationen #Wirkung

Personen/Beteiligte Organisationen:

Theresa Fricke, M.Sc., Universität Mannheim
Prof. Dr. Laura Marie Edinger-Schons, Universität Hamburg

Projektlaufzeit:

März 2022 – Oktober 2023

Was haben Sie konkret untersucht?

Insgesamt 46 Vermittlungsorganisationen mit möglichst heterogenen Merkmalen (u. a. Rechtsform, Größe, Finanzierungsquellen) wurden schriftlich befragt. Der Fokus der Interviews lag auf ihrer wahrgenommenen Rolle, Verantwortung und den unterstützenden oder einschränkenden Rahmenbedingungen in Corporate-Volunteering-Programmen.

Was sind die drei spannendsten Ergebnisse?

  • Mittlerorganisationen sind sehr heterogen und abhängig davon, wie sie sich selbst identifizieren, können sie unterschiedlich viel Wirkung für Non-Profit-Organisationen (NPOs) und Unternehmen erzielen.
  • Es gibt drei Typen von Mittlerorganisationen: NPO-Anwälte, Unternehmensdienstleister und Brückenbauer.
  • Drei Faktoren beeinflussen, inwiefern Mittlerorganisationen als Brückenbauer arbeiten können: Verfügbarkeit, Festlegung von Standards und die Übereinstimmung von Angebot (der Unternehmen) und Nachfrage (der NPOs).

Welche Zahl ist brisant?

Unter den 46 Mittlerorganisationen gibt es allein sieben verschiedene Rechtsformen.

Was war Ihr “Aha-Moment”?

„Mein Aha-Moment war, als ich realisiert habe, dass ich nicht pauschal analysieren kann, welche Wirkung Mittlerorganisationen auf Corporate-Volunteering-Programme haben, sondern mir zunächst anschauen muss, welche Typen es überhaupt gibt.“

Theresa Fricke

Was …

 … kann die Politik aus den Erkenntnissen lernen?
Mittlerorganisationen müssen mit ausreichenden Ressourcen – Zeit, Wissen und finanziellen Mitteln – ausgestattet werden, um brückenbildend arbeiten zu können. Nur mit ausreichenden und stabilen Ressourcen können sie Verständnis für die Bedürfnisse und Motivationen beider Zielgruppen (NPOs und Unternehmen) entwickeln. Und nur so können langfristige, für alle Seiten gewinnbringende Corporate-Volunteering-Programme aufgebaut werden. Es sollten Trainingsprogramme und Fördertöpfe für langfristige (Teil-)Förderungen zur Verfügung gestellt werden.

… können Engagement-fördernde Organisationen lernen?
Mittlerorganisationen sollten ehrlich ihre Rolle in der Vermittlung von Corporate-Volunteering-Programmen reflektieren:

  • Fokussieren sie sich mit ihren Services explizit auf eine Zielgruppe?
  • Wie gut sind sie mit beiden Zielgruppen vernetzt und wie gut verstehen sie beide? Gibt es Unterschiede und wenn ja, warum?
  • Was ist ihr Selbstverständnis?

Außerdem sollten sie über verfügbare Ressourcen, das Setzen von Standards und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in der Region reflektieren, um geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.

… kann die Wissenschaft lernen?
Bislang wurden Mittlerorganisationen in der Wissenschaft als homogene Gruppe betrachtet und angenommen, dass sie pauschal einen positiven Einfluss auf die erwünschte Wirkung von Corporate-Volunteering-Programmen haben. Diese Studie zeigt jedoch, dass Mittlerorganisationen sehr heterogen sind und je nach Selbstbild, verfügbaren Ressourcen, Standards und Angebot und Nachfrage in der Region nur bedingt in der Lage sind, gewinnbringende Situationen zu schaffen. Diese Heterogenität muss in zukünftigen Studien berücksichtigt werden.

Erfahrungen von sozial benachteiligten Menschen im ehrenamtlichen Engagement

Grüne Grafik mit einer gelben gezeichneten Glühbirne. Text: #EngagiertGeforscht. Universität Erfurt. Sozial benachteiligte Menschen im ehrenamtlichen Engagement. Studienbericht

Schlagworte

#Beteiligung #SozialeBenachteiligung #Selbstwirksamkeit

Personen/Beteiligte Organisationen:

Universität Erfurt, Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien, apl. Prof. Dr. Bettina Hollstein
Bundesverband der Mütterzentren e. V.
Caritasregion Mittelthüringen

Projektlaufzeit:

April 2022 – Dezember 2023

Was haben Sie konkret untersucht?

Im Projekt wurden Gelingensbedingungen für Engagement entwickelt, die vor allem für sozial benachteiligte Personen gelten. Diese Bedingungen wurden mithilfe qualitativer Interviews erhoben, analysiert und in Workshops mit Betroffenen validiert.

Was sind die drei spannendsten Ergebnisse?

  • Institutionen, mit denen sozial benachteiligte Menschen in Kontakt stehen (z.B. Jobcenter, Kinderarzt, Hebamme), sind oft entscheidend für ihr Engagement.
  • Obwohl Überlegungen zum Nutzen ihres Engagements eine Rolle spielen, sind diese nicht die einzigen Beweggründe.
  • Eine Willkommenskultur und positive Erfahrungen mit Selbstwirksamkeit sind wichtige Faktoren, um das Engagement mit positiven Erlebnissen zu verbinden und die Motivation langfristig zu erhalten.

Welche Zahl ist brisant?

Die Ergebnisse des Freiwilligensurveys zeigen, dass sich zwar ein immer größerer Anteil der Bevölkerung freiwillig engagiert, zugleich aber die Ungleichheit gestiegen ist. Ein Beispiel: Personen aus den Einkommensgruppen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von über 2.000 EUR/Monat engagieren sich zu 51 Prozent, solche mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.000 EUR/Monat nur zu 24 Prozent (FWS Stand 2019).

Was …

 … kann die Politik aus den Erkenntnissen lernen?
Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass im Rahmen der Förderung des Engagements speziell die Gruppen stärker in den Blick genommen werden müssen, die seltener direkt angesprochen werden. Denn generell verstärken sich Engagementstrukturen durch direkte Ansprache eher dort, wo bereits ein hohes Sozialkapital vorhanden ist.

… können Engagement-fördernde Organisationen lernen?
Die Studienresultate signalisieren, dass eine stärkere Einbindung von Institutionen und Organisationen, die Berührungspunkte mit sozial benachteiligten Menschen haben (z. B. Jobcenter, Beratungsstellen, Hebammen, Kinderärztinnen und -ärzte usw.), für die Ansprache dieser Personen essenziell ist. Darüber hinaus muss aber auch eine Willkommenskultur dafür sorgen, dass der Anlass der Begegnung zu einer lebendigen Beziehung führt.

… kann die Wissenschaft lernen?
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass durch teilnehmende Beobachtung und direkte Interaktion mit Engagierten neue Perspektiven im Vergleich zu bisher gut ausgebauten quantitativen Studien eröffnet werden können. Die Erfahrungen der Betroffenen ernst zu nehmen, schafft auch ein Vertrauensverhältnis, das neue Einsichten ermöglicht.

Was war Ihr “Aha-Moment”?

„Mein Aha-Moment war die Erkenntnis über die Rolle von Institutionen für die Schaffung von Erstkontakten und Engagementanlässen für sozial benachteiligte Personen. Dies wird von Organisationen, die Engagierte willkommen heißen, noch zu wenig berücksichtigt.“

Prof. Dr. Bettina Hollstein